TFA und Ewigkeitschemikalien im Trinkwasser

TFA im Trinkwasser – was steckt hinter der Ewigkeitschemikalie?

Trifluoressigsäure (TFA) wird zunehmend in unserer Umwelt und auch im Wasserkreislauf nachgewiesen. Doch woher kommt TFA, warum ist der Stoff so langlebig und was bedeutet das für unser Trinkwasser?

Das Thema sorgt seit einiger Zeit für Aufmerksamkeit. Auch die ARD berichtete im Juli 2025 über steigende TFA-Konzentrationen in Trinkwasser und Lebensmitteln.

Doch TFA ist kein völlig neues Thema: Deutsche Behörden beschäftigen sich bereits seit Jahren mit dem Stoff. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass TFA unter anderem als Abbauprodukt bestimmter fluorierter Stoffe entsteht, über Niederschläge in den Wasserkreislauf gelangt und dort sehr persistent ist.

Was ist TFA eigentlich?

TFA steht für Trifluoressigsäure beziehungsweise Trifluoracetat. Der Stoff gehört zur großen Gruppe der PFAS, also per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen.

PFAS werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt. TFA kann dabei sowohl direkt in bestimmten industriellen Prozessen entstehen als auch als Abbauprodukt anderer fluorierter Substanzen in die Umwelt gelangen.

Zu den möglichen Quellen gehören beispielsweise bestimmte Pflanzenschutzmittel sowie fluorierte Kälte- und Treibmittel.

Das Besondere an TFA:

  • TFA ist sehr stabil und schwer abbaubar.
  • Der Stoff ist sehr mobil und kann sich im Wasserkreislauf verbreiten.
  • TFA gelangt unter anderem über Niederschläge in Böden und Gewässer.
  • Ist TFA erst einmal in den Wasserkreislauf gelangt, ist eine Entfernung mit verhältnismäßigen Mitteln derzeit schwierig.

Daher wird TFA häufig im Zusammenhang mit den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ genannt.

⚠️ Was bedeutet TFA für die Gesundheit?

Hier lohnt sich ein genauer Blick.

Deutsche Behörden bewerten TFA inzwischen hinsichtlich seiner Gefahreneigenschaften kritisch. Das Umweltbundesamt beschreibt TFA als umweltkritisch und fortpflanzungsgefährdend.

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen Gefahr und tatsächlichem Risiko.

Eine Gefahreneinstufung bedeutet nicht automatisch, dass jede nachgewiesene Konzentration im Trinkwasser gesundheitsschädlich ist. Entscheidend sind unter anderem die aufgenommene Menge, die Dauer der Exposition und die jeweilige Konzentration.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist genau auf diese Unterscheidung hin.

Das Thema bleibt trotzdem relevant: Denn TFA ist persistent und wird in der Umwelt zunehmend nachgewiesen. Das Umweltbundesamt sieht deshalb eine deutliche Notwendigkeit, die Einträge von TFA in die Umwelt zu reduzieren.

💧 Und was bedeutet das für unser Trinkwasser?

Deutschland verfügt über hohe Anforderungen an die Qualität von Trinkwasser. Gleichzeitig bedeutet die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben nicht, dass sämtliche denkbaren Spurenstoffe vollständig aus dem Wasser entfernt werden.

Bei TFA kommt eine besondere Herausforderung hinzu: Der Stoff ist sehr klein, gut wasserlöslich und ausgesprochen persistent.

Das Umweltbundesamt schreibt aktuell, dass keine Methode bekannt ist, mit der TFA mit verhältnismäßigen Mitteln aus dem gesamten Wasserkreislauf entfernt werden kann.

Für Verbraucher bedeutet das vor allem:

Die Qualität des eigenen Trinkwassers lohnt sich genauer anzuschauen.

Dabei sollte man nicht pauschal davon ausgehen, dass deutsches Leitungswasser grundsätzlich belastet ist. Das Umweltbundesamt geht derzeit nicht von einer flächendeckenden PFAS-Belastung des deutschen Trinkwassers aus. Gleichzeitig gibt es regionale Unterschiede.

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💎 Kann ein Wasserfilter TFA reduzieren?

Genau hier wird die Wahl der Filtertechnologie interessant.

Nicht jeder Wasserfilter kann dieselben Stoffe reduzieren. Aktivkohlefilter, Umkehrosmoseanlagen und andere Filtrationstechnologien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Funktionsweise und ihrer Einsatzmöglichkeiten.

Wer sich mit dem Thema beschäftigt, sollte deshalb nicht nur auf Begriffe wie „Wasserfilter“ oder „mehrstufige Filtration“ achten, sondern konkret prüfen:

  • Welche Filtertechnologie wird eingesetzt?
  • Welche Stoffe kann das System nachweislich reduzieren?
  • Gibt es Angaben zur Filterleistung?
  • Wie häufig müssen Filter gewechselt werden?
  • Wie wird die Wasserqualität nach der Filtration sichergestellt?

Gerade bei TFA sollte man konkrete Herstellerangaben zur nachgewiesenen Reduktionsleistung prüfen und nicht pauschal davon ausgehen, dass jeder Wasserfilter TFA entfernt.

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🌍 TFA ist ein Umweltproblem – und wird uns noch länger beschäftigen

TFA ist ein Beispiel dafür, wie langlebige chemische Stoffe über unterschiedliche Wege in unseren Wasserkreislauf gelangen können.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass TFA in der Umwelt persistent ist und über Niederschläge in den Wasserkreislauf eingetragen wird. Eine vollständige Lösung des Problems liegt deshalb nicht allein beim Verbraucher – entscheidend ist vor allem, die Entstehung und den Eintrag solcher Stoffe in die Umwelt zu reduzieren.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich mit der Qualität des eigenen Trinkwassers und den Möglichkeiten der Wasseraufbereitung auseinanderzusetzen.

Denn wer weiß, was in seinem Wasser steckt, kann bewusster entscheiden, wie er damit umgehen möchte.

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Quelle & weiterführende Informationen

ARD Plusminus: Bericht über TFA in Trinkwasser und Lebensmitteln, ausgestrahlt am 09.07.2025.

Umweltbundesamt: Informationen zu TFA, PFAS und dem Eintrag in den Wasserkreislauf.

Bundesinstitut für Risikobewertung: Informationen zur gesundheitlichen Bewertung von TFA.

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